„Edelweißer“ führen Fronleichnamsprozession an

Fronleichnam ist ein ganz besonderer Tag im Jahr und das nicht nur deshalb, weil dieser Tag in Bayern ein gesetzlicher Feiertag ist. Als Katholiken begehen wir Fronleichnam als das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ und als Trachtler begleiten wir das Allerheiligste in einer Prozession durch die Stadt und über die Felder und Fluren. Uns „Edelweißer“ Trachtler dient der Feiertag darüber hinaus auch noch zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und zur aktiven Gestaltung unseres Vereinslebens, treffen wir uns doch nach der Prozession zum Frühschoppen und zum traditionellen Fußballspiel Verheiratete gegen Ledige.

Bei schönstem Wetter versammelten wir uns so auch heuer zunächst zur Eucharistiefeier im festlich geschmückten Brunnenhof am Kurhaus. Während sich die Fahnenabordnungen an ihrem angestammten Platz im hinteren Bereich des Brunnenhofes zwischen den beiden Zugängen postierten und mit der Zeit ins Schwitzen kamen, konnte sich der Rest von uns auf die schattigeren Bereiche unter den großen Bäumen verteilen. Die gesamte Messfeier wurde feierlich von der Chorgemeinschaft Bad Aibling musikalisch umrahmt. Stadtpfarrer Georg Neumaier erklärte den Gläubigen das eucharistische Verständnis der katholischen Kirche in seiner Predigt, indem er einen eingehenden Vergleich zu Karl Mays Büchern zog: So wie dort Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft schlossen, so schließen Gläubige durch den Empfang der Hl. Kommunion Blutsbrüderschaft mit Jesus Christus, mit dem sie dann ihr ganzes Leben lang aufs engste verbunden bleiben. Die Blutsbrüderschaft erneuern konnten schließlich auch die Aiblinger, nachdem sich unter dem Salut der Gebirgsschützen die Wandlung am Altar vollzog. Die anschließende Prozession wurde abermals durch uns „Edelweißer“ angeführt, so wie es seit den Vorstandszeiten von Konrad Gartmeier gehandhabt wird. Der Weg führte uns durch den wundervollen Kurpark zum großen Kreuz am Heimatmuseum, wo ein Altar errichtet war. Von dort ging es über den Wilhelm-Leibl-Platz, die Irlach-, Bahnhof- und Münchner Straße zum Marienplatz, wo der dritte und letzte Altar errichtet war. Nach dem Schlusssegen und dem Te Deum wurde das Allerheiligste von Stadtpfarrer Georg Neumaier und Diakon Klaus Schießl in die Kirche St. Sebastian überführt.
Der Prozession schlossen sich zuerst der Frühschoppen im Biergarten des Hotels Johannisbad und ab zwei das Fußballspiel im Jahnstadion an. Hier gingen erstmals die Ledigen in Führung, bei Betrachtung der Vorjahresergebnisse war es letztlich aber keine große Überraschung, dass sie den Vorsprung nicht halten und am Ende doch die Verheirateten 5:3 gewannen. Festzuhalten bleibt, dass es die Ledigen den Verheirateten so schwer wie schon lange nicht mehr machten und das Spiel 2019 als offen angesehen werden kann. Stärkung für die verausgabten Spieler versprachen Kaffee und Kuchen vor dem Abendgewitter.

Fotos: FH, JS; Bericht: Stephan Schlier